Vor der Wohnungsübergabe stellt sich häufig dieselbe Frage: Muss die Wohnung gründlich gereinigt oder nur besenrein zurückgegeben werden? Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Massgebend sind der Mietvertrag, die Kündigungsunterlagen und allfällige Vorgaben der Verwaltung.
Eine Umzugsreinigung ist deshalb mehr als eine besonders gründliche Haushaltsreinigung. Sie bereitet eine vollständig geräumte Wohnung strukturiert auf den vereinbarten Rückgabezustand vor. Wer die Unterlagen früh prüft, die Reinigung sinnvoll plant und am Schluss alle Räume kontrolliert, reduziert unnötige Hektik vor dem Übergabetermin.
Bei der regelmässigen Haushaltsreinigung stehen die täglich genutzten Flächen im Vordergrund. Bei einer Umzugsreinigung sind Räume, Schränke und Geräte leer. Dadurch werden auch Bereiche sichtbar, die im Alltag oft verdeckt bleiben: Schrankkanten, Sockelleisten, Fensterrahmen, Dichtungen oder Ablagerungen an Küchengeräten.
Die Reinigung richtet sich dabei nicht danach, eine Wohnung neu erscheinen zu lassen. Sie dient dazu, Verschmutzungen zu entfernen und die Wohnung im vereinbarten Zustand zu übergeben. Normale Abnutzung lässt sich nicht durch Reinigung aufheben. Das Bundesamt für Wohnungswesen führt unter anderem Böden, Fenster, Schränke, Kühlgeräte, Herd, Backofen, Dunstabzug sowie Sanitäranlagen und Armaturen als typische Bereiche einer Endreinigung auf.
In Basel, Basel-Landschaft und der Nordwestschweiz kommt eine besenreine Rückgabe in Mietverträgen vor. Gemäss dem Mieterinnen- und Mieterverband handelt es sich dabei um eine verbreitete Vertragspraxis, nicht jedoch um eine allgemeine gesetzliche Regel. Andere Verträge oder Kündigungsunterlagen können eine gründlichere Reinigung vorsehen.
Prüfen Sie deshalb vor dem Start insbesondere diese Unterlagen:
Das Obligationenrecht verlangt grundsätzlich die Rückgabe in einem dem vertragsgemässen Gebrauch entsprechenden Zustand. Bei der Rückgabe soll die Vermieterschaft den Zustand prüfen und erkennbare Mängel sofort mitteilen. Diese allgemeine Einordnung ersetzt keine Beratung für den Einzelfall.
In der Küche liegt der Reinigungsaufwand oft bei Fett, Essensresten und Details. Kontrollieren Sie Arbeitsflächen, Schubladen, Schränke innen und aussen, Griffe, Wandflächen im Kochbereich sowie Kühlschrank und Gefrierfach. Beim Backofen und Dunstabzug sind die Herstellerhinweise wichtig. Filter, Bleche oder empfindliche Oberflächen sollten nicht mit ungeeigneten oder aggressiven Mitteln behandelt werden.
Sanitärbereiche benötigen besondere Aufmerksamkeit bei Armaturen, Waschbecken, Dusche, Badewanne, WC, Spiegeln und Fliesen. Kalkablagerungen sind je nach Wasser, Nutzung und Material unterschiedlich stark. Gehen Sie materialgerecht vor und testen Sie ein Reinigungsmittel bei empfindlichen Oberflächen zuerst an einer unauffälligen Stelle. Zugängliche Abläufe können von sichtbaren Rückständen befreit werden; bei technischen Problemen oder schwer zugänglichen Bereichen ist eine Fachabklärung sinnvoll.
Zur Fensterreinigung gehören nicht nur die Glasflächen. Auch Rahmen, Fensterbänke und zugängliche Falze verdienen eine Kontrolle. Reinigen Sie ausschliesslich Bereiche, die ohne Risiko erreichbar sind. Bei grossen Höhen, schwer zugänglichen Aussenflächen oder speziellen Verglasungen ist Vorsicht angebracht.
Entfernen Sie zuerst losen Staub und Schmutz aus Ecken und entlang der Ränder. Danach folgt die zum Boden passende Reinigung. Holz, Naturstein, versiegelte Böden und Teppiche reagieren unterschiedlich auf Feuchtigkeit und Reinigungsmittel. Zu viel Wasser oder stark scheuernde Produkte können Oberflächen beeinträchtigen.
Leere Einbauschränke sollten innen ausgewischt und auf zurückgelassene Gegenstände kontrolliert werden. Oft vergessen gehen Türrahmen, Lichtschalter, Türklinken, Schrankgriffe und die oberen Kanten von Türen oder Schränken. Gerade diese kleinen Punkte prägen den Gesamteindruck bei der Schlusskontrolle.
Sofern sie zur Wohnung gehören, sollten auch Balkon, Kellerabteil, Estrich, Briefkasten oder weitere Nebenräume berücksichtigt werden. Entscheidend ist wiederum, was für die konkrete Übergabe vereinbart wurde. Leeren Sie diese Bereiche vollständig und prüfen Sie, ob sichtbare Verschmutzungen, Spinnweben oder zurückgelassene Materialien vorhanden sind.
Die meisten offenen Punkte entstehen nicht bei grossen Flächen, sondern bei Details. Eine abschliessende Kontrolle hilft, diese Bereiche rechtzeitig zu erkennen:
Reinigung entfernt Verschmutzungen wie Staub, Kalk, Fett oder Rückstände. Normale Abnutzung dagegen kann sich beispielsweise in altersbedingten Gebrauchsspuren zeigen und wird nicht durch eine Endreinigung beseitigt. Auch auffällige Schäden sind keine gewöhnliche Reinigungsaufgabe.
Dokumentieren Sie unklare Zustände vor der Übergabe mit Fotos und sprechen Sie diese bei Bedarf mit der Verwaltung an. Arbeiten, die besondere Fachkenntnisse erfordern oder mit Risiken verbunden sind, sollten nicht als einfache Eigenleistung behandelt werden. Für konkrete mietrechtliche Fragen sind die Vertragsunterlagen und bei Bedarf eine zuständige Beratungsstelle massgebend.
Die Reinigung sollte nach dem vollständigen Räumen und vor dem Übergabetermin eingeplant werden. Erst in der leeren Wohnung lassen sich alle Flächen, Einbauschränke und Bodenränder zuverlässig prüfen. Planen Sie zudem Zeit für eine Schlusskontrolle ein. Sie verhindert, dass Kleinigkeiten erst beim Termin auffallen.
Wenn mehrere Beteiligte koordiniert werden müssen, hilft eine klare Reihenfolge: zuerst räumen, danach reinigen, anschliessend kontrollieren und zuletzt Schlüssel, Unterlagen und Übergabetermin vorbereiten.
Selbst zu reinigen kann passend sein, wenn ausreichend Zeit vorhanden ist, das Objekt überschaubar bleibt und die notwendigen Arbeiten sicher ausgeführt werden können. Eine eigene Checkliste und eine zweite Kontrollperson helfen dabei, Details nicht zu übersehen.
Professionelle Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn der Termin nahe liegt, viele Räume oder Fenster vorhanden sind, Küche und Bad einen hohen Detailaufwand aufweisen oder die Koordination rund um den Umzug bereits viel Zeit beansprucht. Vor einer Anfrage lohnt es sich, den gewünschten Umfang klar zu beschreiben und nach Vorbereitung, eingeschlossenen Bereichen, ausgeschlossenen Arbeiten und einer Ansprechperson zu fragen.
Der Aufwand einer Umzugsreinigung hängt vom konkreten Objekt ab. Wesentlich sind insbesondere die Wohnungsgrösse, Anzahl Räume und Fenster, Zustand der Küche und Sanitärbereiche, Fett- und Kalkablagerungen, Bodenmaterialien, Balkon und Nebenräume sowie die Zugänglichkeit. Auch der vereinbarte Rückgabezustand beeinflusst, welche Arbeiten notwendig sind.
Für eine gut vorbereitete Wohnungsübergabe zählt nicht eine pauschal möglichst intensive Reinigung, sondern ein strukturierter Ablauf nach der konkreten Vereinbarung. Wer frühzeitig prüft, was Vertrag und Unterlagen verlangen, die Wohnung vollständig räumt und die wichtigen Detailbereiche kontrolliert, schafft eine verlässliche Grundlage für den Termin.
Sie planen einen Umzug in Basel oder der Nordwestschweiz? Besprechen Sie mit Orange Pro Clean, welche Reinigung für Ihr Objekt und Ihre Übergabe sinnvoll ist.